Wenn irgendetwas die Politiker davon abhalten kann,
Einzelinteressen entgegen zu kommen und das Gemeinwohl zu
vernachlässigen, dann ist es die Wachsamkeit der
"vierten Staatsgewalt".
Die drei traditionellen demokratischen Gewalten
(Legislative, Exekutive und Judikative) werden bei der
Softwarepatente-Frage nicht ausreichend getrennt.
Patentbürokraten definieren die Gesetzgebungspolitik des
EU-Rates in dieser Sache, und das Europäische Patentamt hat
keinen höheren Richter als seine eigene
"Kundenbeschwerdeabteilung". Unter diesen Umständen ist es
besonders wichtig, dass die unabhängige Presse, die zu Recht
als "vierte Macht im Staate" bezeichnet worden ist, die
allgemeine Öffentlichkeit informiert.
"Softwarepatente sind längst
kein Exotenthema mehr."
Dieses Zitat ist aus der Onlineausgabe des führenden deutschen
Nachrichtenmagazins "Der Spiegel",
das über eine Demonstration
gegen Softwarepatente im späten Juni 2004 berichtete. Eigentlich
gehen Softwarepatente fast jeden etwas an und betreffen fast jeden.
Fast alle Firmen und fast alle öffentlichen Verwaltungen setzen
Computer ein, und die meisten Haushalte haben einen Computer
(und sei es ein tragbarer
Computer, denn das sind Mobiltelefone mittlerweile).
Die möglichen Konsequenzen von Softwarepatenten können von
den meisten verstanden werden.
Natürlich sind die
philosophischen und legalistischen Debatten über die
Patentierbarkeit von Software kein Thema für ein Massenpublikum.
Die Bedeutung des Wettbewerbs im Softwaremarkt, die strukturellen
Defizite des Patentwesens, die Gefahren einer weiteren
Patentinflation und die Macht-geht-vor-Recht-Funktion von
Softwarepatenten können dagegen sehr gut für ein breites Publikum
aufbereitet werden. Die Folgen von alledem auf die Innovation, die
Wirtschaft und den Arbeitsmarkt sind ziemlich logisch.
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