Die Gegner und Befürworter von Softwarepatenten sind
quer über das ganze politische Spektrum verteilt. Das einzige,
was sie alle gemeinsam haben, ist, dass sie sagen, sie
sind gegen Softwarepatente. Manche sagen es nur, tun
aber das Gegenteil.
Politiker der Mitte und auf beiden Seiten der Mitte
haben verstanden, dass Softwarepatente keine gute Idee
für Europa sind.
Es gibt jedoch auch Politiker
quer durch das politische Spektrum, die es entweder nicht
verstanden haben oder es nicht verstehen wollen, weil
sie denen zu nahe stehen, die Softwarepatente fordern.
Sogar innerhalb mancher politischer
Parteien gibt es gegensätzliche Anschauungen zu
Softwarepatenten.
Die deutsche rot-grüne Regierungskoalition unterstützte
Softwarepatente am 18. Mai 2004 im EU-Rat, während die
Stadt München, die von denselben beiden Parteien regiert
wird, kaum drei Monate später eine deutliche Erklärung
gegen Softwarepatente abgab.
Manche stellen den Widerstand gegen Softwarepatente
fälschlicherweise als "linkes Anliegen" dar.
Allerdings wäre die Mehrheit, die am 24. September 2003 im Europäischen
Parlament gegen Softwarepatente stimmte, nicht möglich gewesen
ohne eine beträchtliche Zahl konservativer Politiker, welche
die betreffenden Gesetzesänderungen unterstützten. Auch die
Mitte-rechts-Regierungen von Österreich und Italien verweigerten
am 18. Mai 2004 im EU-Rat der Legalisierung von Softwarepatenten
ihre Unterstützung.
Eigentlich kann gar keine politische Partei für
Softwarepatente sein, ohne gegen ihre Grundsätze zu verstoßen.
Es gibt einfach keine Partei irgendwo, die auf dem Gedanken beruhen
würde, Monopolisten zu Lasten des Mittelstandes und der allgemeinen
Öffentlichkeit zu stärken. Es gibt auch viel zu wenige Patentanwälte
und Patentbürokraten, als dass diese von einer Partei vertreten
werden könnten. Konservative Parteien können nicht für Softwarepatente
eintreten, ohne ihre treueste Klientel zu befremden: die Inhaber
kleiner und mittelständischer Betriebe.
Sozialdemokraten können nicht für Softwarepatente eintreten, ohne dass
sie Arbeitsplätze opfern, nur um die Reichen noch reicher zu machen.
Liberale können nicht für Softwarepatente eintreten, ohne die wirtschaftliche
Freiheit und die Freiheit der Information und Kommunikation zu gefährden.
Wenn ein Politiker Softwarepatente will, dann liegt das entweder an
einem Verständnisdefizit oder am opportunistischen Bestreben,
den Lobbyisten der Großindustrie gefällig zu sein.
Auf dieser Website können Sie auf dem Laufenden bleiben,
was die verschiedenen politischen Parteien in Europa bezüglich
Softwarepatenten sagen und tun.
Da diese alle an ihre
Wähler in wortreicher und blumiger Weise mitteilen, dass sie
gegen Softwarepatente wären, werden wir sicherstellen, dass
Sie und die anderen Besucher dieser Website korrekt informiert
werden. Wir stellen die Lügen unnachgiebig bloß. Wenn eine
politische Partei gegen Sie arbeitet, dann haben Sie das Recht,
das auch zu erfahren. Bitte besuchen Sie oft das Forum hier, denn
dort veröffentlichen wir immer die neusten Informationen über die
Aussagen und Handlungen von Politikern und ihren Parteien in
der Softwarepatente-Frage.
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verschiedener Organisationen im Gesetzgebungsverfahren zu lesen